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Programm der Hannah-Arendt-Lectures 2010 in Hannover | |||||||||||||||||||||||||||||
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Öffentliche Vorträge zum Thema "Markt und Staat - Was lehrt uns die Finanzkrise?" jeweils mittwochs von 19.30 bis 21.00 Uhr in der Stadtbibliothek Hannover, Hildesheimer Str. 12, 30169 Hannover. Es besteht Gelegenheit zum Besuch des Arendt-Raums. Bücher von und zu Hannah Arendt können am Büchertisch der Buchhandlung Lehmanns erworben werden.
21. April 2010
2. Juni 2010
16. Juni 2010
Veranstalter: Prof. Dr. Detlef Horster, Projekt "Wissenschaft trifft Politik - Politik trifft Wissenschaft", Philosophische Fakultät der Leibniz Universität Hannover, Schloßwender Straße 1, 30159 Hannover, Telefon: 0511 - 7624690, Fax: 0511 - 7625610 Email: horster(at)ewa.uni-hannover.de, Website: http://www.detlef-horster.de
Hannah Arendt wurde am 14. Oktober 1906 in Hannover geboren. Sie hat als deutsch-jüdische Denkerin die Erfahrungen dieses Jahrhunderts, die Zusammenhänge und das Spannungsfeld von Theorie und Praxis, politischem Urteilsvermögen und philosophischer Reflexion wie kaum andere miteinander verbunden. Hannah Arendt ist in der politischen Gegenwart deshalb von Bedeutung, weil sie es in unvergleichlicher Weise verstanden hat, Politik und Wissenschaft in komplementärer Weise zu verbinden. Daran angelehnt werden jedes Jahr Themenstellungen entwickelt, die an akuten sozialen und politischen Problemen orientiert sind. Damit befinden wir uns ganz und gar auf der Linie des Denkens von Hannah Arendt. Sie hat essentielle politische Probleme ihrer Zeit aufgegriffen und denkend durchdrungen. In dieser Weise wollen wir das Erbe Hannah Arendts fortsetzen. Gewiss, die politischen Probleme haben sich geändert, doch sind wir sicher, dass sie so drängend sind, dass sich auch Hannah Arendt ihnen zugewandt hätte - Die HANNAH ARENDT LECTURES finden im Rahmen des Projekts "Wissenschaft trifft Politik - Politik trifft Wissenschaft" statt. Das Projekt wird durch die VolkswagenStiftung gefördert. Ingo Pies ist seit 2002 Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsethik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Aktuelle Buchveröffentlichung: Wie bekämpft man Korruption? Lektionen der Wirtschafts- und Unternehmensethik für eine "Ordnungspolitik zweiter Ordnung"(2009); Moral als Heuristik. Ordonomische Schriften zur Wirtschaftsethik (2009); Moral als Produktionsfaktor. Ordonomische Schriften zur Unternehmensethik (2009).Über den Vortrag: Ist die aktuelle Weltwirtschaftskrise wirklich durch "Gier und Größenwahn" der Manager verursacht worden? Zweifel sind angebracht, vor allem aus wirtschaftsethischer Sicht. Die Hauptthese lautet: Wir müssen lernen, komplexe wirtschaftliche Sachverhalte wesentlich differenzierter zuzurechnen, wenn es gelingen soll, moralische Anliegen (mehr Umweltschutz, weniger Armut etc.) besser zur Geltung zu bringen. Michaela Haase verantwortet den Arbeitsschwerpunkt "Marketing und Ethik" am Marketing Department der Freien Universität Berlin und das Modul "Ethik und Werte der Führung" an der Universität der Künste in Berlin. Sie war in verschiedenen Positionen und Fachgebieten an der Freien Universität Berlin tätig, u.a. in der Fachrichtung Wissenschaftstheorie, am Institut für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und als Leiterin des universitären Weiterbildungsprojektes "Unternehmertum in der Wissensgesellschaft". Als Visiting Scholar war sie am Department of Economics an der Washington University in St. Louis (Missouri). Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen an den Schnittstellen von Institutionenökonomik, Theorie der Unternehmung, Unternehmens und Wirtschaftsethik sowie Wissenschaftstheorie. Über den Vortrag:Zur Finanz und Wirtschaftskrise hat das Zusammenspiel verschiedener Faktoren geführt: Die Aufblähung der Geldmenge durch die amerikanische Zentralbank, die Vergabe fragwürdiger Kredite im amerikanischen Immobilienmarkt, die Kreierung von hochkomplexen, teilweise dubiosen Produkten im Finanzmarkt, der Umgang mit Risiken durch Banker und ihre Kontrolleure, Politikversagen etc. Trotz heftiger Kritik an den Banken und öffentlicher Ermahnungen, ihre Geschäftsmodelle zu verändern, zeichnete sich recht bald ab, dass viele Banken und Banker aus der Krise nichts gelernt zu haben scheinen bzw. weitermachen wie zuvor. Ausgehend von Frank Knights moralischer Kritik des Marktsystems wird untersucht, was ein "good market game" auszeichnet und welche Rollen und Aufgaben Unternehmen und Staat dabei zukommen. Cora-Jeanette Hermenau wurde 1957 in Hannover geboren. Die Juristin verfügt über langjährige Erfahrungen in der niedersächsischen Finanzverwaltung. Nach Abschluss ihres rechtswissenschaftlichen Studiums in Münster und dem Zweiten Juristischen Staatsexamen ist sie 1988 in die Niedersächsische Steuerverwaltung eingetreten. Ihre erste berufliche Station absolvierte Hermenau beim Finanzamt Hannover-Nord, wo sie als Sachgebietsleiterin für Vollstreckungsaufgaben und später für Rechtsbehelfe in Steuersachen zuständig war. Von 1991 bis 1999 war Hermenau Personalreferentin bei der Oberfinanzdirektion Hannover, bevor sie 1999 ins Niedersächsische Finanzministerium wechselte. Hier war sie zunächst als Referatsleiterin unter anderem für Personal- und Organisationsangelegenheiten verantwortlich, bis sie 2005 die Leitung der Steuer- und Personalabteilung im Niedersächsischen Finanzministerium übernahm. In dieser Funktion zeichnete sie verantwortlich für alle Steuerfachreferate sowie die Personal- und Organisationsangelegen-heiten des gesamten Fachbereiches. Über den Vortrag: Durch die Finanzmarktkrise ist das gesamte staatliche und kommunale Handeln und fast alle Politikfelder des Landes direkt oder indirekt betroffen. In dem Vortrag wird dargestellt, wie die Politik mit den Folgen des Konjunktureinbruchs umgehen muss und musste und welche Wege aus der Krise herausgefunden worden sind oder gefunden werden müssen. Dabei spielen die verfassungsrechtlichen Hürden der Schuldenbremse eine ebenso bedeutende Rolle wie steuerliche Erleichterungen oder sonstige Maßnahmen zur Konjunkturbelebung.
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